Einträge tagged ‘Rettungsdienst’

Leergeräumt

Autor: rettungsassi

Das Altenheim ist 200m von der Rettungswache entfernt. Es ist eine recht kleine, überschaubare Einrichtung. Wenn man selten auf dieser Außenwache ist mag man es anfangs vielleicht nicht kennen. Nachdem der RTW in den letzten 24 Stunden 8mal dort war, ergab sich folgender Dialog bei der Alarmierung: (weiterlesen…)

Schreck in der Abendstunde

Autor: rettungsassi

Als Einleitung diesmal ein, nicht nur im Rettungsdienst, wichtiger Paragraph im Strafgesetzbuch (StGB):

§ 323c StGB
Unterlassene Hilfeleistung

Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

Achtung! Der folgende Text ist vielleicht nicht jedermanns Sache! Menschen mit schwachem Gemüt sollten hier aufhören zu lesen!

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Genug Kinder

Autor: rettungsassi

Herr Nordmensch (er heißt natürlich ganz anders und doch wieder ähnlich) ist 75 Jahre alt und ihm ging es gestern abend nicht ganz so gut. Ihm ging es sogar so schlecht, dass er sich mehrmals übergeben musste. Die ganze Nacht war ihm schwindelig und er hatte Schweißausbrüche. (weiterlesen…)

Berichte

Autor: rettungsassi
Geschirr (schmutzig)

Kleiner Einblick in meine Spüle ;)

Während ich sonst meine freien Tage damit verbringe das Geschirr von letzter Woche abzuwaschen und auch sonst meine Wohnung auf Vordermann bringe, musste ich diesmal endlich meine Berichte zu ende schreiben.

Teil meiner Ausbildung ist es (weiterlesen…)

Qualifizierter Krankentransport

Autor: rettungsassi

Hier mal ein kurzer Einblick, warum RTW-Dienst von den meisten Kollegen dem auf dem KTW vorgezogen wird. Die Ereignisse sind selbstverständlich fiktiv, Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Geschehnissen und/oder Personen sind nicht beabsichtigt!

Protokoll eines KTW Tages

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Angriff der Killerbienen

Autor: rettungsassi

Letzte Nacht: Sah eigentlich grade nach einer schönen geruhsamen Nullschicht aus. Wir hatten DvD geguckt, Playstation gezockt und lagen nun in unseren Betten. Ich war grad im Begriff das Reich des Schlafes zu betreten, da packte mich etwas kaltes, hässliches, nervtötend-piependes und zog mich widerwillig zurück. Der Melder (00:35Uhr):

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Sinnlos

Autor: rettungsassi

So, da muss ich ja mal den Frust von letzter Nacht loswerden!

Eigentlich sah alles nach einer ruhigen Nacht aus. Um 03:38 Uhr geht der Melder:

Frau mit Hypertonus, Campingplatz [5km entfernt] zusammen mit dem NEF aus U. [20km entfernt]

Die Patientin, mitte 50, erwartet uns bereits vor der Campingplatzschranke weil sie den Pförtner nicht wecken will. Vorangegangen war ein Streit mit ihrem Ehemann, der selbst gemessene Blutdruck war 130/100 mmHg. Wir messen einen systolischen Blutdruck von 170 mmHg, Herzfrequenz 130/min. I.V.Zugang und EKG ist vor dem Eintreffen des Notarztes fertig, dieser will die Patientin mit ins Krankenhaus mitnehmen. Die Patientin verweigert dies, weil ihr Mann gar nicht wisse, dass sie den Rettungsdienst gerufen hat und sich sonst Sorgen machen würde. Aber eigentlich will sie mit. Wir sind nicht so, wecken den Pförtner um auf den Campingplatz zu fahren und dem Mann bescheid zu sagen. Doch die Adresse stimmt nicht, wir Kurven also (mittlerweile ist es 04:30 Uhr) auf dem Campingplatz umher, bis es uns zu blöd wird und wir uns entschließen die Dame einfach so mitzunehmen. In der Zwischenzeit hat sich die Frau auch wieder beruhigt, Blutdruck von 150 mmHg, Herzfrequenz 100/min. Der Pförtner bietet dem Notarzt an, ihn zum Ehemann zu führen. Wieder vergehen zehn Minuten… Den Ehemann interessiert das Ganze überhaupt nicht (”Endlich ist die Alte weg!”). Also machen wir den Transport ins Krankenhaus. Ein bisschen gequatsche über den Urlaub, den Campingplatz und Gott und die Welt von mir und wir konnten die Dame mit einem Blutdruck von 140 mmHg und einer Herzfrequenz von 90/min dem Pflegepersonal übergeben. Um 05:00 Uhr sind wir und das NEF wieder einsatzbereit. Der RTW ist um 05:20 Uhr wieder an der Wache und wir im Bett…

Fast 2 Stunden für solch einen Mist verschwendet. 2 Stunden in denen ein RTW und der Notarzt (Nachts nur 2 Notärzte im ganzen Landkreis) gebunden und nicht einsatzbereit sind! Mal abgesehen von den 2 Stunden Schlaf die uns fehlen……

Was machen?

Autor: rettungsassi

Lange hab ich überlegt, wie ich hier wieder einsteige. Nachdem ich zwar nun seit einiger Zeit endlich Internet in meiner Wohnung habe blieben die Einträge hier doch aus. Ich hatte einfach wenig Zeit und Lust. Und wenn ich beides mal hatte fehlte mir ein direktes Thema. Die Wohnung ist eigentlich fertig - najaa, die Küche benötigt nach wie vor noch ein paar Möbelstücke, aber das Interessiert ja niemanden wirklich…

Mein Gedanke war daher hier ein wenig Aufklärungsarbeit in Sachen Rettungsdienst zu betreiben. Der Alltag auf einer Rettungswache sieht nämlich nicht so aus wie im Fernsehen oder wie man sich das sonst so vorstellt: Kurz warten, dann mit Blaulicht und Horn zum Einsatzort rasen, mal eben ein Menschenleben retten und glücklich wieder zurückfahren.

Fragen wie “Hast du denn schon was schlimmes erlebt?” oder der Klassiker: “Im Rettungsdienst sieht man bestimmt viel Blut und so, oder?” musste konnte ich bisher alle verneinen. Das würde auch nicht dem Alltag entsprechen.

Ein solches Rettungsdienst-Alltags-Blog wäre zwar nicht sonderlich innovativ - aber egal, dachte ich mir.

Abhilfe schafft hier Lennard. Der hat mein Blog grade erst entdeckt und will für seine Ausbildungszeit nun auch eines führen… Feuerwehr und Rettungsdienst in einem Blog gibt es bereits, aber kein (zumindest mir bekanntes) Blog von Polizei und Rettungsdienst. Da könnte man doch ansetzen - wir suchen nur noch nach einem Namen (”Blaulichtblog” gibt es schon ca. 100 mal)

Nachtschicht

Autor: rettungsassi

Soo, endlich mal frei und wieder ein wenig Zeit was zu schreiben. Die letzten 2 Nächte hatte ich Nachtdienst, den ersten an einer vermeintlich ruhigen Außenwache den anderen an der Hauptwache - es kam dann jedoch genau umgekehrt. Auf der Außenwache habe ich kein Auge zugetan, nur für kurze halbe Stunden konnte ich mal die Beine lang machen… Einsatztechnisch war wohl fast alles dabei was man in einer Samstag Nacht erwarten kann. Diverse Drogen-Intoxikationen (von C2 bis LSD) und Stürze. Zur Alkoholintoxikation sei gesagt: Lasst euch sowas niemals passieren! Wenn ihr im Krankenhaus an die falsche Schwester geratet habt ihr keinen schönen Heimweg. :P Die Technik: i.V. Zugang und 2000ml Infusionslösung reinlaufen lassen, das “filtert den Alk dann über die Nieren aus”. Nachteil: Das was die Nieren ausfiltern kommt in die Harnblase und ist bewusstlos dann nicht mehr zu halten. Also am nächsten Morgen mit vollgepissten Sachen nach Hause laufen… (Das Einsatzgebiet der Außenwache ist 12km vom KH entfernt).
Naja um 8 Uhr am Sonntagmorgen bin ich dann zum Schlafen nach Hause gefahren um um 18 Uhr wieder zurück zu eiern - Benzinpreise lassen grüßen, aber ich brauchte ein vernünftiges Bett. Das ist an der Außenwache für einen Dritten nämlich nicht vorhanden, sodass ich aufm Sofa liegen musste.
Sonntag war ich dann auf eine weitere arbeitsreiche Nacht eingestellt, die erwarteten Kreislaufnotfälle wegen der stickigen Gewitterluft blieben dann aber bis auf einen aus. Dazu kam noch eine Bänderverletzung nach Treppensturz, ein Apoplex und eine hypertensive Krise (verdammt! - Elfmeterschießen verpasst), aber das war alles Abends und wir konnten den Rest der Nacht schlafen.

Morgen ist, wie bereits erwähnt, Wohnungsübergabe. Möbel kriege ich leider noch nicht mit. So werd ich die nächste Woche wohl aufm Feldbett schlafen müssen. Weiß leider auch noch nicht, wie ich mich dort versorgen soll… ich überlege grade, ob ich nen Campingkocher und Dosenfutter mitnehmen soll. Hat einer von euch ne andere Idee? Nächstes Wochenende (28. - 29.06.) hab ich wieder Nachtdienst, da soll denn der Umzug erfolgen. Zumindest das Gröbste. Ich brauch allerdings immernoch ein paar Sachen! Leute guckt in euren Kellern! :D

Wochenrückblick

Autor: rettungsassi

So. Mal wieder zu hause. Und vernünftiges Internet! :) Deswegen gibts hier mal ne Zusammenfassung der vergangenen Tage:
Nachdem es am Dienstag nur Krankentransporte (KT) für unseren Rettungswagen (RTW) gab, kamen Mittwoch die ersten Notfälle. (Dem Unterschied zwischen Krankentransporten und Notfall-Einsätzen widme ich noch mal einen extra Beitrag.)
Der Tag begann allerdings mit einem KT. Erstes Highlight für mich: Ich durfte den RTW fahren. Zwar nicht weit, aber immerhin meine erste Fahrt mit Patient :D.
Dann ging es 1x ohne Sonderrechte ins städtische Gymnasium, wo sich eine Schülerin beim Sport das Knie verdreht hatte. Zum Bedauern meines zweiten Kollegen neben dem LRA, war sie nicht 18 und vollbusig, sondern erst 11. Naja, man kann nicht alles haben ;). Überhaupt laufen in U eine Menge hübscher Frauen rum. Zu meines Kollegen und meines Glücks und zu meines LRAs Leid. Dieser musste schon manchmal auf Grund der “Boah” Rufe in die Eisen, im glauben er hätte jemanden Übersehen, der ihm vors Auto läuft. Das führt dann zu einem Wutausbruch seinerseits und Schweigen unsererseits. (Wir verständigen uns dann die nächsten 15-Minuten mit Blicken - eine Technik, die wir in diversen Krankenhäusern anwenden und wunderbar funktioniert)
Zurück zu dem jungen Mädchen. Irgendwie habe ich bei Kindernotfällen immer Hemmungen, weil ich nicht genau weiß oder mir unsicher bin, wie ich mit jungen Patienten umgehen soll. Deshalb habe ich mich dezent im Hintergrund gehalten und dem Kollegen das Kühlpack gereicht. Fahrt ins KH, weiblich, 11 Jahre zur Knieabklärung.
Später ging es dann ebenfalls ohne Sonderrechte in einen etwas außerhalb gelegenen Ort zu einem Lungenödem (”Wasser in der Lunge”). Eigentlich eine klare Indikation für eine Sonderrechtsfahrt, aber es war ausdrücklich vom behandelnden Hausarzt ohne bestellt worden. Der hatte nur ein paar Medikamente dort gelassen und war abgezogen. (Sollten Fragen zu Krankheitsbildern auftauchen, oder Interessiert es jemanden, was für Medikamente vom Arzt dort gelassen wurden –> Comments)
Es bot sich uns das Bild eines verwahrlosten Mannes, in einer vermüllten, stinkenden Wohnung. Er hatte auch ein beginnendendes Lungenödem, hervorgehend aus einer Herzinsuffizienz, was man auch gut an seinen gestauten Halsvenen erkennen konnte. Sauerstoffsättigung des Blutes 89% (normal: 98-100%). Dies war aber nicht sein primäres Problem. Bereits vor einem Jahr hatte der Mann einen Apoplex (Schlaganfall) unbehandelt ausgesessen. Aufgrund seines veränderten Allgemeinzustandes und einer nach rechts geneigten Körperhaltung gingen wir von einem frischen Apoplex aus. Ein im RTW angelegtes EKG zeigte dann eine Tachyarrythmie mit Herzfrequenz um die 200/min (normal 60-80/min). Der Blutdruck war 80 systolisch (normal 120). All dies veranlasste uns einen Notarzt nachzufordern. Wegen der weiten Entfernung kam dieser mit dem Hubschrauber. weitere Maßnahmen waren i.V. Zugang, Sauerstoffgabe und Medikamentengabe durch die Notärztin. Dann musste ich den Patienten leider verlassen. Der Patient wurde nämlich im RTW transportiert und da die Notärztin auch noch einen RA dabei hat, wurde es langsam ein wenig voll im RTW, sodass ich im Hubschrauber zurückfliegen musste :D.
Endlich, denn es war nun bereits 15 Uhr, konnten wir etwas Essen: Kalte Pommes mit Gyros - lecker o.O. Ich war dann auch grade dabei die Kollegen im “Schwimmen” zu schlagen, als wir alarmiert wurden. Ein echter Notfall, mit Blaulicht und so :D. Es ging wieder etwas weiter weg, zusammen mit dem Hubschrauber zu einem Patienten mit Kreislaufproblemen. Hier konnte ich mal richtig arbeiten. Blutdruck messen, i.V. Zugang vorbereiten usw. Eigentlich unspektakulär, aber wenn man so lange nichts gemacht hat trotzdem aufregend ;). Danach folgte noch ein Krankentransport und der Feierabend.
Am Donnerstag schaffte ich es zwischen den Touren tatsächlich meinen Termin bei der Wohnungsbaugesellschaft wahrzunehmen. Schnell den Mietvertrag unterschieben und einen Übergabetermin vereinbart. Er hatte allerdings kurzfristig nur noch einen Termin am Dienstag den 24.06. - komisch, dass ich da auch frei habe. Dass ich aber auch immer so ein Glück haben muss :D. Ansonsten war der Donnerstag ein ganz normaler Arbeitstag.
Ich habe grade beschlossen, dass ich nur noch über, für mich, besondere Einsätze in einer gesonderten Rubrik berichten werde. Ich kann jetzt schon kaum noch Unterscheiden, was Donnerstag und was Freitag gewesen ist. Außerdem werden die Beiträge hier zu lang. Ich plane ein paar Beiträge zu besonderen Themen:

  • Was ist ein Krankentransport / Ablauf eines Krankentransports
  • Notfall-Einsatz
  • Unterschiede KT und Notfall
  • Ein exemplarischer Arbeitstag
  • uvm

Wenn ihr noch einen Beitrag zu einem speziellen Thema wünscht, oder noch Ideen/Anregungen/Kritik habt –> Comments
Heute und Morgen Nachtdienst. Montag und Dienstag frei. Bin also spätestens Montag wieder zurück.